Erklärt

Was eine Erreichbarkeitskarte zeigt.

Stand: 25. September 2026

Ein Kreis um einen Punkt sagt nichts darüber, was man von dort erreicht. Eine Erreichbarkeitskarte schon: Sie zeigt die Fläche, die in einer bestimmten Zeit zu Fuß, mit dem Rad oder mit Bus und Bahn wirklich zu schaffen ist. Diese Seite erklärt, wie sie entsteht, was man mit ihr anfängt und wo sie an ihre Grenzen kommt.

Was ist eine Isochrone?

Isochrone heißt „gleiche Zeit": die Linie, auf der alle Punkte von einem Start aus gleich lange brauchen. Alles innerhalb dieser Linie ist in der gewählten Zeit erreichbar, alles außerhalb nicht. Der Unterschied zum Kreis auf der Karte ist der Unterschied zwischen Luftlinie und Weg: Ein See, ein Fluss ohne Brücke, eine Bergflanke oder eine Buslinie, die nur alle zwei Stunden fährt, verformen die Fläche. Genau darum ist sie ehrlich.

Wie entsteht sie?

Zu Fuß, mit dem Rad und mit dem Auto rechnet ein Routing-Dienst (Valhalla) auf dem Straßen- und Wegenetz von OpenStreetMap, das pixelpoint selbst zu Routing-Kacheln baut und aktualisiert: Von einem Startpunkt aus sucht er jeden Weg ab, der im Zeitbudget liegt, und liefert den Rand dieser Menge als Fläche. Die Reichweite erscheint als Zeitraster von grün (nah) bis rot (gerade noch erreichbar); bis es berechnet ist, zeigt die Karte die Fläche einfarbig. Mit Bus und Bahn rechnet ein Fahrplan-Dienst (MOTIS): Er findet alle Haltestellen, die im Budget erreichbar sind, samt der Zeit, die dort noch übrig ist. Um jede dieser Haltestellen zeichnet die Karte den Fußweg, der mit der Restzeit möglich ist — die Öffi-Fläche ist also die Summe dieser Fußwege, dargestellt als Fahrzeit-Feld. Das Zeitbudget reicht von fünf bis sechzig Minuten in Fünferschritten; der Start ist ein beliebiger Punkt der Karte, per Tipp, per Pin, per Suchzeile oder per Link.

Was Gäste damit tun

Die Frage, die Gäste stellen, ist selten „wie weit", sondern „wie lange": Was schaffe ich in einer halben Stunde ohne Auto? Die Karte antwortet mit einer Fläche statt mit einer Liste. Der Gast wählt einen Punkt — die Unterkunft, den Bahnhof, den Ort, an dem er gerade steht —, ein Verkehrsmittel und ein Zeitbudget. Die Fläche erscheint, und die Karte zählt, wie viele Ziele darin liegen. Ein Tipp auf die Zahl öffnet die Liste genau dieser Ziele, gefiltert nach der Erreichbarkeit. Bus und Bahn rechnen immer ab jetzt, mit dem nächsten Takt; wer eine andere Abfahrt braucht, plant sie über die Route.

Kartenausschnitt mit einer von Grün nach Rot gestuften Fläche um einen Startpunkt: nah in Grün, gerade noch in einer halben Stunde mit dem Rad erreichbar in Rot, daneben die Ergebniskarte mit der Zahl der erreichbaren Orte
© OpenStreetMap contributors

Was Destinationen damit tun

Für eine Destination ist dieselbe Fläche ein Planungswerkzeug. Sie zeigt, welche Ausflugsziele vom Bahnhof aus ohne Auto erreichbar sind — und welche nicht. Sie macht sichtbar, wo der Fahrplan Lücken lässt, bevor ein Gast sie findet. Und sie gibt einer Aussage wie „autofrei erreichbar" eine Grundlage, die man zeigen kann, statt sie zu behaupten.

Grenzen

Die Fläche ist ein Modell, kein Fahrplan: Sie rechnet mit den üblichen Geschwindigkeiten auf dem Netz, nicht mit der Verkehrslage von heute, und sie kennt weder Öffnungszeiten noch Echtzeit. Neue Straßen und Wege kommen erst mit dem nächsten Netzstand hinein. Die Öffi-Fläche ist eine Darstellung: Zwischen zwei Haltestellen kommt niemand hin, auch wenn die Fläche dort eingefärbt ist. Und eine Erreichbarkeitskarte ist so gut wie die Daten darunter — wo Fahrplandaten fehlen, fehlt der Modus Bus und Bahn; die Karte sagt das, statt eine Reichweite zu erfinden.

Ausprobieren

In der Demo lässt sich die Reichweite von jedem Punkt aus ziehen.

Reichweite in der Demo ziehen (Öffnet in einem neuen Tab)

Reichweite auf der Produktseite

Zur API-Dokumentation (Öffnet in einem neuen Tab)

Stand: 25. September 2026Zum Seitenanfang